ÜBER DIESE EPISODE:

In der sechsten Episode von RocketEngineers hatten wir Dr. Gunnar Trommer von BCG Digital Ventures an Board. BCG Digital Ventures gehört zur Boston Consulting Group und ist im Bereich Corporate Investment sowie als Inkubator für junge Unternehmen tätig. Gunnar arbeitet als Partner und Managing Director im Sektor Digital Health. Das Ganze tut er nicht in Deutschland, sondern im sonnigen Kalifornien oder genauer gesagt, in Los Angeles.

Gunnar hat in Aachen studiert und promoviert. Während des Studiums hat es ihn schon an die sonnige Westküste gezogen, wo er an der University of California, Berkeley seine Diplomarbeit geschrieben hat. Nach der Promotion zum Dr.-Ing hat Gunnar als Berater bei BCG angefangen, wodurch er auch seinen anschließenden Arbeitgeber kennengelernt hat und für diesen in die USA zog. Nach weiteren Stationen in leitenden Funktionen und sogar einer eigenen Gründung im Bereich Digital Healthcare hat er sich dann entschieden zurück zur Boston Consulting Group zu gehen. Diesmal jedoch nicht in die klassische Beratung, sondern zu BCG Digital Ventures, wo er aktuell als Partner und Managing Director die Fäden in der Hand hält.

WAS IST EINE ERFOLGREICHE KARRIERE?

Für Gunnar gibt es zwei Ebenen, die für eine erfolgreiche Karriere entscheidend sind. Auf der „High level“ Ebene geht es für ihn darum Dinge zu bewegen, die Menschen berühren und einen Einfluss auf deren Lebensqualität haben. Es geht also darum Probleme zu lösen, die das Leben von Menschen verbessern. Den größten Impact kann man natürlich dann leisten, wenn das Lösen dieser Probleme gleichzeitig wirtschaftlich ist. Genau aus diesem Grund arbeitet Gunnar auch im Healthcare Bereich, wo es primär darum geht, die Lebensumstände von Menschen zu verbessern. Die zweite wichtige Ebene für eine erfolgreiche Karriere ist der Berufsalltag. Hier ist es für Gunnar wichtig, eine gute Balance zwischen Beruf, Familie und der eigenen Persönlichkeit zu haben. Eine Karriere ist für ihn nur dann erfolgreiche, wenn man sich mit dem, was man jeden Tag macht, wohlfühlt und dabei das größere Ziel (Menschenleben beeinflussen) nicht aus den Augen verliert.

DIE HACKS AUS DIESER EPISODE:

Nicht nur in hohen Führungspositionen kommt es immer wieder zu der Situation, dass wir gewisse Aufgaben delegieren müssen, weil unser Tag leider auch nur 24 Stunden hat. Beim Delegieren von Aufgaben gibt es allerdings einiges zu beachten. Gunnar hat uns verraten, dass er selbst sich die Fähigkeit richtig zu delegieren erst einmal beibringen musste, als er ins höhere Management gewechselt ist. Zu entscheiden, wann welche Aufgabe in welchem Umfang delegiert wird und mit welchem Ergebnis bei der Erfüllung der Aufgabe man sich zufriedengibt, muss gut überlegt sein. Nur wenn man Aufgaben richtig delegiert, bringt dies auch den gewünschten Effekt. Im schlimmsten Fall führt falsches Delegieren sogar zu mehr Arbeit für einen selbst. Damit das nicht passiert, gibt es unseren ersten Hack von Gunnar.

HACK#1:
Fang an deinen Kollegen und Mitarbeitern zu vertrauen. Nimm dich zurück und akzeptiere es, wenn die Aufgabe auf eine andere Art und Weise gelöst wurde, als du es getan hättest. In diesem Zuge ist es auch sinnvoll sich teilweise mit 80 % Lösungen zufriedenzugeben, da der Aufwand für die 80 % exponentiell geringer ist als für die 100 % und du für die 100 % wieder selbst aktiv werden müsstest. Auch mit 80 % Lösungen, die anders erarbeitet wurden, als du es getan hättest, wird die Summe des Outputs, den du innerhalb deiner Arbeitszeit generieren kannst, massiv steigen und darauf kommt es letztlich an, oder?

Natürlich gibt es aber auch Aufgaben, die wir einfach alleine erledigen müssen und das am besten ungestört von E-Mails, Telefonaten oder Kollegen. Gunnar bekommt beispielsweise so viele E-Mails, dass er diejenigen, bei denen er nur in CC steht, lediglich einmal am Tag liest. Um genug Zeit für konzentriertes Arbeiten zu haben, plant er sich in Zusammenarbeit mit seiner Sekretärin immer wieder Zeitfenster in seinen Kalender ein, in denen er ungestört alleine arbeitet. Ein weiteres Tool, welches Gunnar nutzt, ist eine To-Do-Liste. Diese To-Do-Liste gilt allerdings nicht nur für einen Tag oder eine Woche, sondern teilweise für Monate. Zusätzlich enthält sie Meilensteine, die Gunnar erreichen möchte, sodass er seine täglichen und wöchentlichen To-Dos auf die Erreichung dieser Meilensteine abstimmen kann. Ich bin sicher, die Allermeisten werden selbst schon eine To-Do-Liste haben, aber ist diese auch so weitsichtig wie die von Gunnar?

HACK#2:
Erweiter deine To-Do-Liste so, dass diese nicht nur tägliche und wöchentliche To-Dos enthält, sondern auch langfristige Ziele und Meilensteine. In OneNotes kannst du beispielsweise Tabs für jeden Wochentag, Tabs für die vier Wochen des Monats und 12 Tabs für jeden Monat des Jahres anlegen. Wichtig ist, dass du deine Ziele und Meilensteine regelmäßig überprüfst und aktualisierst. Was erst nach viel Arbeit klingt, ist eine unglaublich effektive Methode, um in weniger Zeit mehr Output zu generieren und dabei die übergeordneten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

In Japan gehört es zum guten Ton mittags auf der Arbeit ein Nickerchen zu machen, andere gehen spazieren und wieder andere treiben in ihrer Mittagspause Sport. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, um sich physisch und psychisch fit zu halten. Gunnar hat uns verraten, dass er zweimal am Tag meditiert, um seine Leistungsfähigkeit hoch zu halten. Was bei uns in Deutschland noch nicht wirklich angekommen ist, ist in den USA und vor allem an der Westküste bereits ein etablierter Trend. Häufig wird von Achtsamkeitsmeditation gesprochen. Meditation gilt längst nicht mehr als esoterischer Hokus Pokus, sondern als eine sehr effektive Methode, um Kopf und Körper zu entspannen. Nur wer ausreichend und effektive Pausen macht, kann während der aktiven Arbeitszeit überdurchschnittlich performen. Genau dafür ist Meditation auf der Arbeit ein vielversprechender Ansatz.

HACK#3:
Such dir eine Pausenroutine auf der Arbeit, die dich dabei unterstützt, während deiner aktiven Arbeitszeit dein volles Potenzial zu entfalten. Mögliche Pausenroutinen sind spazieren gehen, Dehnübungen, ein kleines Nickerchen oder eben ein paar Minuten Meditation. Alle Pausenroutinen benötigen gewisse Umstände, die nicht immer gegeben sind. Pass deine Pausenroutine also deinen Umständen an und probiere aus, was für dich am besten funktioniert. Wichtig ist, dass du deine Pause nicht im sitzen vor dem Bildschirm verbringst, denn dabei kann sich unser Gehirn nicht effektiv erholen.

IN DER PAUSE:

In der Pause haben wir das Thema Meditation vertieft, was Gunnar im zweiten Teil unseres Gesprächs angesprochen hatte. Während Gunnar kurze Meditationen auf der Arbeit nutzt, um seinem Kopf eine effektive Pause zu gönnen, nutze ich selbst Meditation häufig, um nach Arbeit abzuschalten. Jeder kennt wahrscheinlich die Müdigkeit, die einen überkommt, wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt und sich auf die Couch fallen lässt. Mir fällt es dann in der Regel sehr schwer wieder hochzukommen und zum Sport zu gehen oder eben an diesem Blogartikel zu arbeiten. Besonders schwer fällt es mir, wenn ich für 10 oder 20 Minuten döse. Dann fährt nicht nur mein Kopf, sondern auch mein Kreislauf runter. Was für mich stattdessen sehr gut funktioniert, ist eine kurze Meditation. Ich lege mich nicht auf die Couch, sondern setzte mich aufrecht hin, setzte meine Noise Cancelling Kopfhörer auf und lasse mich von einer geführten Meditation leiten. Gute Apps für geführte Meditationen sind beispielsweise Headspace oder 7Mind. Nach der Meditation fühle ich mich nicht wie neu geboren, das wäre gelogen, aber ich fühle mich deutlich fitter als vorher und kann mit frischer Energie zum Sport gehen, am Podcast arbeiten oder Blogartikel schreiben.

UMSETZUNG:

Zum Schluss hat uns Gunnar einen letzten Tipp gegeben, den wir morgen direkt umsetzen können.

  1. Stell dir morgen auf der Arbeit mal die Frage, ob die Dinge, die du tust, auch die Dinge sind, die dir Spaß machen und dir wichtig sind. Hinterfrage auch, ob dies für die kommenden To-Dos der nächsten Wochen und Monate der Fall ist. Versetz dich 6 Monate in die Zukunft und hinterfrag mal kritisch, ob das, was du heute machst, hinsichtlich deiner größeren Ziele Sinn macht oder ob du dich aktuell im Hamsterrad drehst.

The End…Wir sind am Ende der Zusammenfassung unseres Gesprächs mit Dr. Gunnar Trommer, Partner und Managing Director bei BCG Digital Ventures im Bereich Digital Health, angekommen. Ich hoffe, dir hat das Gespräch genauso viel Spaß gemacht wie mir. Falls du noch Fragen oder Anregungen hast, kannst du diesen Blogartikel gerne kommentieren oder mir einfach eine E-Mail schreiben.